Warum Intuition bei guten Interviews so inspiriert – die 3 Phasen von intuitiven Interviews

Kreativiät und Job, Kreativitäts-Methoden

Dieser Artikel ist für dich interessant, wenn Fragen und Neugierde zu deinen wichtigsten Inspirationsquellen gehören.

Inhalt dieses Artikels:

Ein Hoch auf die Intuition

Zur Zeit mache ich eine Umfrage zur persönlichen Kreativität. Darin beschäftige ich mich mit der Frage, wie wichtig Kreativität für die Zukunft sein wird. Und ich spreche natürlich mit vielen Menschen darüber. Unter anderem mit einem guten Bekannten, der in meiner Karriere seit 18 Jahren immer wieder in Erscheinung tritt. Er hat schon einige führende Posten innegehabt und seiner Meinung nach wird Kreativität in einer disruptiven Welt (in einer sich extrem wandelnden Welt) von enormer Wichtigkeit sein. Eine Kreativität, die nicht auf Methoden aufgebaut ist, sondern die persönlich und natürlich in der einzelnen Person erwächst. Innerlich habe ich gejubelt, denn wir sind mal wieder einer Meinung. Kein Wunder also, dass er zum aktuellen Zeitpunkt wieder in meiner beruflichen Laufbahn auftaucht. Danke Universum 😉

 

Wenn Fragen in einer kreativen Sackgasse stecken

Aber ich habe auch bemerkt, dass Umfragen und Interviews eben doch ganz unterschiedlich funktionieren. Besonders bei online-Umfragen fehlte mir immer irgendwas. Da ich über das Thema „Interview und Umfrage“ einen Blogbeitrag schreiben wollte, drehten sich beim Mittagessen in einem Bistro meine Gedanken immer wieder um das Thema Kreativität und was mir bei den Ergebnissen fehlte. Den ganzen Tag hatte ich schon nach einer sinnvollen Antwort und einem „Aufhänger“ gesucht. Ich steckte in einer kreativen Sackgasse fest. Wie konnte ich die beiden Themen interessant in einem Beitrag verbinden?

Als ich meinen Falafel so vor mich hin gekaut habe, fiel mein Blick auf eine Gruppe von vier Männern. Diese Gruppe hatte eine ganz eigene Dynamik. Sie erinnerten mich in einer gewissen Weise an die Gefährten aus „Herr der Ringe“: ein Heeresführer (im Potcast habe ich ihn König genannt), ein Zwergenkönig, ein Ritter und ein junger Hobbit. Ihr Kleidungsstil ließ mich auf irgendeine technische Berufsgruppe tippen. Da ging mir ein Gedanke durch den Kopf: „Was denken wohl diese Männer, welche von ihren Fähigkeiten sie für die Zukunft benötigen werden“.

Intuition ist der beste Ratgeber

Meine Intuition sagte mir, frag doch einfach! Und ich verlasse mich sehr gerne auf meine Intuition. Noch nie hat sie mich fehlgeleitet. Ich habe immer auf dem Weg tolle und unerwartete Dinge entdeckt, auf die ich sonst nie gekommen wäre.

Wenn ich meinem Gefühl folge dann:

  • bin ich ganz offen für alles, was da kommt
  • bin ich unvoreingenommen.
  • bin ich frei von Erwartungen.
  • mache für andere einen Raum auf, in dem sie sich frei bewegen können.

Also habe ich gewartet, bis sich eine Gesprächspause bei den Herren ergeben hat und bin dann zu ihnen rüber gegangen. Ich habe mich höflich vorgestellt: „Guten Tag, ich bin Verena Mayer-Kolbinger, Künstlerin und Kreativ-Coach. Ich inspiriere und irritiere Menschen, um Kreativität sichtbar zu machen. Und Sie haben mich zu einer Frage inspiriert.“ Die vier haben mich ungläubig angeschaut, aber zeigten keine ablehnenden Gesten.

 

3 Phasen des Interviews

Der nun folgende Verlauf des Gesprächs, bzw. Interviews ist in einer gewissen Weise typisch. Immer wieder kann ich diesen Verlauf beobachten. Ich gliedere diesen in Phasen, die ich bei mir und meinen Interview-Partnern beobachten kann:

1. Phase im intuitiven Interview

Beim mir:
Ein aufregendes und prickelndes Gefühl breitet sich in mir aus, denn ich weiß nicht was kommt.
Hilfreich: Ruhe bewahren und den gestellten Fragen Raum lassen.

Bei meinem Interview-Partner:
Unsicherheit wird durch Insiderwitze überspielt.
Hilfreich: Auch hier Ruhe bewahren. Die Ruhe des Fragenden wird die Befragten ebenfalls erfassen.

2. Phase im intuitiven Interview

Bei mir:
Offen aufnehmen. Auch wenn die Antworten erfreulich oder irritierend sind, versuche ich meine Gefühlen den befragten Personen nicht zu zeigen.
Hilfreich: sei wie ein Rekorder und nimm auf und beobachte. Gerade Gesten und Interaktionen zwischen den Befragten sagen sehr viel.

Bei meinem Interview-Partner:
Es kommen ernsthafte Antworten auf Fragen, wenn sie sehen, dass der Fragende nicht auf Witze eingeht.
Dann heißt es Raum für jeden lassen. Als Fragende kann ich moderieren und jedem die Möglichkeit geben zu sprechen. Dabei ist es wichtig zu beobachten, wann die befragten Personen soweit sind.
Hilfreich: Sei dir deines Status bewusst: du bis die Initiatorin, der Initiator. Deine Aufgabe ist es, jedem eine Bühne zu geben.

3. Phase im intuitiven Interview

Bei mir:
Wenn jeder seine Antwort gegeben hat ist es wichtig zu beobachten, wann „das Maß voll ist“. Besonders bei Interviews, die ungeplant gehalten werden, versuche ich Wertschätzung zu zeigen, indem ich die Zeit meiner befragten Personen nicht überstrapaziere. Es ist an mir das Ende einzuleiten.
Hilfreich: Ich kommuniziere das gerne sehr offen. Ich bedanke mich und deute an, dass mir das schon sehr geholfen hat. Jetzt kann ich selbst erfühlen, ob da noch was kommt….

Bei meinem Interview-Partner:
Oft erlebe ich eine Mischung aus Erleichterung und Neugierde. Der Impuls, dass die Befragung sich dem Ende neigt wird immer positiv angenommen. Manchmal stellen die Befragten dann mir Fragen zu meinem Warum. Andere nehmen den angebotenen „Schluss“ gerne an.
Hinweis: achte darauf, dass die Befragten sich nicht abgeschnitten fühlen. Wenn ich spüre, dass die Befragten abgeschlossen haben ziehe ich mich sofort zurück, um keine Aufforderung zum weiteren Gespräch zu erzwingen. Wenn sich dieses ergibt gerne.

Dein Gespür und Unterbewusstsein sind gute Begleiter bei Interviews

Im Anschluss an das Gespräch bin ich zurück zu meinem Platz und habe mir Notizen gemacht. Diese schreibe ich immer einfach so runter. Gerade so, wie sie aus mir und meinen Gedanken fließen. Auf diese Weise kann ich alles erfassen: meine bewussten und unterbewussten Wahrnehmungen. Ich schreibe ohne Punkt und Komma und ohne zu zensieren. Ich möchte nicht bewerten und möchte auch die Metaebene eines Gesprächs für mich nutzen können. Diese ist sicherlich nicht bei jedem Interviewziel (z.B. zu Research Fragen) wichtig, mich als empathischen Menschen interessiert sie aber. Zurück im Büro kann ich sie dann ordentlich ins Reine bringen: ohne Rechtschreibfehler & Co.

Meiner Intuition habe ich schon immer vertrauen können. Ich weiß nicht woher diese innere Stimme kommt, aber sie meint es gut mit mir. In diesem Fall hat sie mich zu diesem Interview geführt. Und ich bin davon überzeugt, dass wenn ich mit aufrichtiger Neugierde frage auch immer gute Antworten bekomme. Mit dieser inneren Haltung spürt mein Gegenüber, dass ich, bzw. meine Frage es wert ist beantwortet zu werden.

Wertschätzung und Dankbarkeit bei Interviews

Ich selbst sehe Fragen als Geschenk an. Sie geben mir die Möglichkeiten, auf ein Thema auf eine ganz neue Art zu schauen. Während meiner Ausbildung zum ganzheitlichen Coach war meine größte Lernaufgabe neutral zu Fragen zu stellen. Also ohne den Klienten in eine bestimmte Richtung zu drängen. Ich war es so gewohnt zu verkaufen, dass ich auch beim Befragen von Klienten immer eine „Richtung“ kontrollieren wollte. Für mich ist die Fähigkeit fragen ohne eine Erwartung dem Gegenüber zu spiegeln, die größte Errungenschaft, die ich in meiner Ausbildung erlangt habe. Deshalb ist mir eine wertschätzende Haltung sehr wichtig: für die fragende und die befragte Person. In meinen Augen können beide Parteien nur gewinnen.

 

Fragen bereichern unser Leben

Wenn wir unserem Gegenüber eine Frage stellen, eröffnen wir diesem eine neue Welt. Natürlich gibt es genügend Menschen, die sich gerne nur um sich und ihr Angebot drehen. Dennoch ist jede Frage auch eine Chance zu einem Positionswechsel. Und als Fragesteller werde ich mit neuen Einsichten belohnt, wenn ich mir die Mühe mache wirklich interessiert zu fragen.

Insensibilität vermeiden: Fragen bedeutet auch Verantwortung zu übernehmen

Mir fällt aber auch immer wieder auf, dass ich besonders mit spontanen Fragen eine Art Verantwortung übernehme. Ich möchte Wissen von einem fremden Menschen empfangen und bin dann in meinen Augen auch verpflichtet, dieses wertschätzend zu behandeln. Zeitgleich empfinde ich es als verpflichtend, Respekt für Kontext in der sich die Person befindet zu zeigen. Vor ein paar Tagen habe ich einen Sänger zu seinen Liedtexten befragt. Ich habe keine befriedigende Antwort bekommen. Und das hatte ich verdient. Denn im Kontext, dass ich den Musiker direkt nach einem Auftritt von 20.000 Menschen befragte, er seine ganze Leidenschaft gerade auf der Bühne versprüht hatte, war meine Frage zu viel. Ich habe seine Situation nicht empathisch erfasst. Ich hoffe, dass ich irgendwann eine zweite Chance erhalten werde.

 

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Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner Erfahrung weiterhelfen.

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