10 Eigenschaften kreativer Menschen

Kreative Menschen…
10 Eigenschaften und was sie anders machen

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Bin ich kreativ? Ist mein Projekt ein kreatives Projekt? Wenn du dich das fragst, dann bist du sehr wahrscheinlich kreativ.

Deine Neugier ist der beste Beweis. Du musst nur loslegen und kreativ sein. Ich wette, du hast einige Eigenschaften, die kreative Menschen auch haben. Fördere sie und du siehst: du bist kreativ.

Gerade jetzt brauchen wir unsere Kreativität mehr denn je.

Eine Krise fordert neue Wege. Wege, die ins Ungewisse führen und deshalb Angst machen. Genau dafür hat die Evolution uns mit Kreativität ausgestattet. Jammern bringt nichts, pack es an und ändere es. Unsere Kreativität hilft uns nicht nur Neues zu finden, sie macht uns auch glücklich und hilft uns aus der Machtlosigkeit.

Gibt es Menschen, die kreativer als andere sind?

Ja, es gibt Menschen, die kreativer sind als andere. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass sie gelernt habe ihre Kreativität einzusetzen UND natürlich ist „kreativ“ auch relativ.

Egal, wie unterschiedlich kreative Ideen auch sein mögen. Menschen, die etwas Neuartiges oder Originelles erschaffen haben, haben eines gemeinsam: Sie sind unglaublich neugierig. Sie hinterfragen und kombinieren aus einem inneren Bedürfnis heraus. Und sie verstehen ihr Handwerk und können auf einen Wissensschatz zurückgreifen. Der Unterschied ist der Drang Neuland zu betreten. Und das haben wir alle gemein: als Kind waren wir unglaublich neugierig. Unsere Neugier hat uns geholfen die Welt zu entdecken.

Podcast Folge 26 Eigenschaften kreativer Menschen
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Kreativität für alle!

Und genau deshalb bin ich davon überzeugt, dass alle Menschen kreativ sind. Sicherlich können viele Menschen ihre Kreativität nicht zeigen. Unsere Erziehung, Unsicherheit und vorgelebte Werte haben sie uns „verlernen“ lassen. Vor lauter Geldverdienen, Funktionieren und Sich-Anpassen verlieren viele von uns den Mut, ihre kreative Seite zu zeigen und zu leben.

 

Kreativität trotz Alltag: Kreativität lässt sich wiederbeleben

Irgendwann in unserem Leben regt sich das Bedürfnis nach kreativer Entfaltung wieder. Meist dann, wenn es uns eigentlich sehr gut geht. Dann erwacht in uns ein Bedürfnis nach Sinn. Unser Wesenskern zeigt sich und möchte seine Einzigartigkeit ausdrücken. Selbstverwirklichung und Persönlichkeitsentwicklung winken um die Wette. Was kreative Menschen nämlich nicht mögen, ist Langeweile. In Ruhezeiten kann das kreative Gehirn endlich mal wieder ziellos wandern, sozusagen auf Weltreise gehen.

 

Kreativität „päppeln“

Wenn dieser Funke erwacht, dann muss unsere Kreativität ein wenig gepäppelt und mit Aufmerksamkeit verwöhnt werden – Achtsamkeit ist das Zauberwort. Denn wer glaubt, dass er einfach nur seinen Kreativitäts-Schalter umlegen muss und alles flutscht wieder, wird bitter enttäuscht werden. Kreativität will gesehen, gefühlt und gelebt werden: Die sog. kleine Kreativität (Link) lässt uns neue Rezepte ausprobieren, Do-it-yourself-Projekte realisieren usw.

Wollen wir wirklich Neues und Originelles entstehen lassen, dann muss die große Kreativität ran. Dazu müssen wir dann schon mehrere Eigenschaften bewusst wieder fördern.

Jede der zehn Eigenschaften ist in jedem von uns „angelegt“. Sie zeigt sich in unterschiedlichen Formen, genauso, wie unsere Kreativität unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

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Zehn Eigenschaften, die viele kreative Menschen haben, und was diese anders machen

 

1. Warum? Kreative Menschen stellen infrage

Wieso, weshalb, warum? Kreative Menschen sind neugierige Menschen. Das Persönlichkeitsmodel „Big Five“ nennt „Offenheit“ als einen der Faktoren, die kreative Menschen ausmachen.

Der Neurobiologe Dr. Konrad Lehmann bezeichnet einen offenen Geist als Basis unseres kreativen Gehirns. Erstaunlicherweise spricht Dr. Lehmann nicht von „rechter“ und „linker“ Gehirnhälfte, sondern unterstreicht durch viele Studien das Zusammenspiel von Wissen, Emotion und Neugier. Der Lernforscher beschreibt in seinem Buch „Das schöpferische Gehirn“ auf verständliche und kurzweilige Art und Weise, wie das kreative Gehirn funktioniert.

Kreative Menschen fragen häufiger nach dem Warum, und das nicht, weil sie sich selbst bestätigt sehen wollen oder Recht haben wollen. Sondern weil sie einen Drang nach neuem Futter für ihr Gehirn und ihre Seele haben und bereit sind, sich selbst zu hinterfragen.

So förderst du deine Neugier: Hinterfrage bekanntes. Warum mache ich das so? Nimm doch öfters die Perspektive eines 4-jährigen Kindes ein und frage mit AUFRICHTIGER Neugier: Was machst du da? Warum machst du das? Warum machst du das so? Aktiviere deinen Forschergeist.

 

2. Kreative Menschen haben Mut

Kreative Menschen haben den Mut, Dinge in Frage zu stellen. Der Traumjob langweilt? Was passiert, wenn wir diese Langeweile hinterfragen? Wer fragt, muss auch mit der Antwort klarkommen. Es braucht Mut, wenn wir z.B. einer eigenen Geschäftsidee nachgehen wollen. Ob die Idee erfolgreich sein wird, ob die Kündigung des aktuellen Jobs richtig ist, das alles steht in den Sternen. Und wer einmal hinterfragt hat, kann auch meist nicht mehr zurück.

So förderst du deinen Mut: Du musst ja nicht gleich vom 10-Meter-Turm springen. Schon kleine Änderungen können mutig sein. Frage dich doch bei der nächsten Entscheidung „was wäre jetzt noch mutiger?“. Vielleicht ist es nur die „mutige“ Entscheidung für ein anderes Brötchen beim Bäcker oder den Preis, den du eigentlich einem Kunden nennen wolltest, einfach jetzt zu nennen. Kleine mutige Entscheidungen lassen den großen Mut wachsen und verändern immer. Hier ein schönes Interview, mit der Heilkräuter Expertin Ruby Nagel zum Thema Mut.

 

3. Kreative Menschen sind Entdecker und haben Vertrauen

Not macht erfinderisch. Not macht auch Angst, und es braucht Mut, um neue Wege zu gehen und bekannte Denkmuster in Frage zu stellen. Der Neurobiologe und Angstforscher Dr. Gerald Hüter beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Angst und Kreativität. Wer seine Denkmuster durchschaut und nachvollziehen kann, hat erreicht, was laut Gerald Hüter die „entscheidende Voraussetzung für die Wiedererweckung von Kreativität, Entdeckerlust und Neugier ist: das Loslassen von übernommenen Vorstellungen, die das eigene Denken behindern.“ (Zitat aus Gerald Hüters Publikation „Neurobiological Preconditions“)

Loslassen können wir, wenn wir darauf vertrauen, dass wir aufgefangen werden. Kreative Menschen haben häufig selbstwirksam erlebt, dass es immer einen Weg gibt. Selbst wenn der Weg nicht der ist, den sie erwartet haben.

 

4. Kreative Menschen brennen für etwas

Kreative Menschen sind auch immer an einem bestimmten Thema leidenschaftlich interessiert. Sie fokussieren sich ganz und gar auf ein Thema und gehen in ihm auf. Kreative Menschen können viele Facetten in einem Thema sehen und genau das ist so wichtig, wenn sie tatsächlich ihr Projekt umsetzen wollen: Sie müssen aufhören zu träumen und ins Handeln kommen.

Ganz gleich, ob Musiker oder Erfinder, alle haben einen Schaffensdrang. Die Arbeit in der jeweiligen Profession verschafft ihnen Ruhe. „Wenn ich nicht male, dann flippe ich aus.“ Kreative Menschen arbeiten deshalb bis ins hohe Alter. Kreatives Arbeiten ist ein selbstmotiviertes Arbeiten und drückt oft auch die Leidenschaft zu einem Thema aus. Kreatives Arbeiten ist für viele auch ein Katalysator für Eindrücke, Wissen und Empfindungen. Dadurch wird die Arbeit zum Ziel.

So förderst du dein Brennen für eine Sache: Schau dir an wie es die Kunst macht! Feiere dich und deine Motivation. Sie ist der Antrieb für dein Ding.

5. Kreative Menschen legen los und halten durch

Kreative Menschen träumen gerne. Aber sie haben auch einen Drang, ihre Ideen real werden zu lassen. Dazu müssen sie anfangen. Für viele ist das die Hürde: Ideen aus dem geschützten Raum der Fantasie raus in die begrenzte Welt der Realität zu schicken. Schaffe ich das? Dazu muss ich noch so viel lernen. Das haben doch schon andere viel besser gemacht… Kreative Menschen gehen jetzt einfach los. Vielleicht erst zögerlich, aber sie können nicht beim Träumen bleiben. Sie finden Strategien, wie sie Projekte durchziehen können. Gerade bei Langzeitprojekten wie dem Schreiben eines Buches oder dem Starten einer Geschäftsidee. Bei Ideen, die intrinsisch motiviert sind, haben kreative Menschen die Fähigkeit ihre Motivation immer wieder zu aktivieren. Die Faszination zu behalten braucht neue Sichtweisen, die durch Neugier und Träumen genährt werden.

So förderst du dein Dranbleiben: tauche immer wieder ein in deine Idee, in deine Vision. Hol dir Inspiration. Sie hilft dir loszulegen und dranzubleiben. Wenn du nicht ins Anfangen kommst, dann schau genau hin: WARUM fängst du nicht an? Was hält dich zurück? Fehlt dir Klarheit oder hast du Zweifel? Prokrastinieren und Aufschieben ist nur ein Symptom für eine kreative Blockade.

 

6. Kreative Menschen haben eine Routine – ein Workout für Ideen

Kreative Menschen werden häufig als chaotische Menschen bezeichnet. Tatsächlich arbeiten sie in ihrer persönlichen Routine sehr diszipliniert und strukturiert. Eine eigene Routine als Schutz vor Prokrastination (Aufschieberitis), Frustration und zu vielen Ideen. Sie macht es kreativen Menschen möglich, vom phantasieren ins Machen zu wechseln. Denn Ideen haben ist das eine, sie auch umzusetzen ist was ganz anderes.

So förderst du deine eigene kreative Routine:
1. Finde einen Raum in dir, deinen „inneren kreativen Arbeitsraum„. Er ermöglicht dir Fokus, Klarheit und Stärke.
2. Schütze und beobachte deinen physischen Arbeitsraum und etabliere Techniken, die zu dir und deinem „Handwerk“ passen: Journaling, Check-Listen und Arbeitsabläufe.

 

7. Kreative Menschen wollen wählen können

Viele kreative Menschen haben oft einen Drang nach Entfaltung. Starre Regeln, strukturierte und von außen reglementierte Vorgehensweisen sind nicht gerade die bevorzugten Arbeitsfelder von kreativen Menschen. Das heißt aber noch lange nicht, dass deshalb alle Künstler, freie Autoren und Musiker sein müssen. Es geht vielmehr darum, dass kreative Menschen die Freiheit brauchen, Wege selbst wählen zu können. Damit meine ich, Arbeitsabläufe selbst gestalten zu können und vor allem selbstbestimmt und selbstmotiviert arbeiten zu können.

 

8. Kreative Menschen sind positiv und experimentierfreudig

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Kreative Menschen sind experimentierfreudig und bejahen die Vielfalt. Sie probieren gerne aus, auch wenn sie nicht wissen, ob sie erfolgreich sein werden. Kreative Menschen fürchten das Scheitern sicherlich genauso wie andere, aber sie nehmen Sackgassen eher in Kauf, bzw. machen Umwege zu Errungenschaften. In der Psychologie wird diese Eigenschaft „Selbstwirksamkeit“ genannt. Kreativen Menschen fällt es häufig leichter, nach einem „Fall“ wieder aufzustehen und gar aus dem Sturz etwas Neues zu machen. Start-ups, Erfinder und Forscher würden ohne Risikobereitschaft nicht vom Fleck kommen.

So förderst du dein positives Mindset und deine Experimentierfreude: sei ergebnisoffen und schätze den Umweg. Je mehr du im Jetzt siehtst, was sich dir bietet, desto einfacher kannst du annehmen, was sich dir bietet und das Positive sehen und damit Neues ausprobieren. Im Morning Flow Club am 16. Nov. 2020 ging es genau darum „Schätze den Umweg“.

 

9. Kreative Menschen sehen Inspiration und brauchen einen Sinn

Mit der Inspiration ist es so eine Sache: Sie will gesehen, aber nicht gezwungen werden. Kreative Menschen finden Inspiration überall und auf ganz unterschiedliche Arten. Auch hier ist die Neugier im Spiel. Inspiration findet dann statt, wenn wir entspannt und gleichzeitig hellwach sind. Gezielte Tagträume sind die Geheimwaffen von kreativen Menschen. Paradoxerweise sagen viele kreative Menschen aber auch, dass sie Druck brauchen, um zu Höchstform aufzulaufen. Ich bin jedoch nicht der Meinung, dass es um den Druck geht, sondern um den Sinn bzw. den Zweck.

 

10. Kreative Menschen haben keine Angst vor anders und allein sein

Kreative Menschen sind immer exzentrisch? Stimmt nicht. Aber kreative Menschen sind häufig gerne anders und heben sich von anderen ab. Sie zeigen es zwar nicht immer gerne. Was aber nicht heißt, dass sie nicht zu ihrem Anders-Sein gerne stehen. Viele kreative Menschen sind auch gerne mal alleine. Den eigenen Gedanken nachhören, träumen und Ideen entwickeln. Auch das heißt nicht, dass kreative Menschen generell Einsiedler oder keine Teamplayer sind. Die Mischung macht es. Ein Sturm braucht auch Ruhe, um sich wieder zu sammeln.

Fazit: Lass kreative Eigenschaften zu und begrüße deine Kreativität

Kreative Menschen sind:

  • neugierig
  • mutig
  • passioniert
  • umsetzungsfreudig
  • haben eine Routine
  • freiheitsliebend
  • positiv
  • inspiriert
  • vielfältig

Das sind doch alles Eigenschaften, die auf viele von uns zutreffen. Genau! Fördere diese und du wirst kreativer werden!

Jeder hat kreative Projekte

Jedes Projekt, von dem wir noch nicht wissen, wie es konkret aussehen wird ist ein kreatives Projekt. Unsere kreativen Eigenschaften zu fördern, bedeutet häufig gelernte Pfade zu verlassen. Es bedeutet, dass wir uns verändern, Glaubenssätze loslassen dürfen und gelernte Ziele verwerfen dürfen.

Neugier, Mut, Vertrauen. Fördere diese Eigenschaften und dein innerer Kreativitätsmotor wird anspringen. Du wirst nicht nur deine eigene Kreativität fördern, sondern auch die deines Umfeldes, denn das muss jetzt mit dir interagieren.

Mach dich auf und erschaffe, was dein Ding ist. Du wirst Freude, Erfüllung und Halt finden.

Lass es schillern und mach dich sichtbar!

 

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